Präsentationsprüfung im Fach Chemie

I. Das sagt die LVO:

 

§20 Mündliche Prüfung

 

(1) Die mündliche Prüfung umfasst für das Lehramt an Grundschulen, an Realschulen plus, an Gymnasien und an berufsbildenden Schulen:

a) eine Teilprüfung in einem der beiden Ausbildungsfächer mit einer Präsentation eines eigenen fachbezogenen Unterrichtsvorhabens auf der Basis einer eigenen unterrichtspraktischen Erprobung sowie in der Didaktik und der Methodik des Prüfungsfaches,

b) eine Teilprüfung im anderen Prüfungsfach in der Didaktik und der Methodik des Faches,

c) eine Teilprüfung über die praktische Umsetzung bildungswissenschaftlicher Aspekte sowie über Schulrecht und Beamtenrecht,

...

(2) Das Landesprüfungsamt bestimmt Ort und Zeitpunkt der mündlichen Prüfung.

 

(3) Für die Präsentation wählt die Anwärterin oder der Anwärter eines der Ausbildungsfächer aus und schlägt nach Abstimmung mit der Fachleiterin oder dem Fachleiter ein Thema vor. Der Themenvorschlag ist der Seminarleiterin oder dem Seminarleiter zu dem von ihr oder ihm festgelegten Termin vorzulegen. Die Seminarleiterin oder der Seminarleiter setzt unter Berücksichtigung des Vorschlags das Thema fest. Weicht das festgesetzte Thema vom Vorschlag ab, ist die zuständige Fachleiterin oder der zuständige Fachleiter anzuhören. Das Thema wird der Anwärterin oder dem Anwärter 20 Werktage vor der Prüfung mitgeteilt. Die Präsentation des eigenen fachbezogenen Unterrichtsvorhabens soll Gelegenheit geben, zu zeigen, dass über die Einzelstunde hinaus Unterricht geplant und die Planung unterrichtspraktisch umgesetzt werden kann sowie die Ergebnisse kritisch dargestellt werden können.

 

(4) Jede Teilprüfung dauert etwa 30 Minuten. Die Teilprüfung gemäß Absatz 1 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a und Nr. 2 Buchst. a besteht aus zwei Abschnitten:

1. Im ersten Abschnitt mit einer Dauer von 10 Minuten trägt die Anwärterin oder der Anwärter in freier Rede und in der Regel mediengestützt Überlegungen und Ergebnisse zu dem Thema vor.

2. Der zweite Abschnitt mit einer Dauer von 20 Minuten besteht aus einem Kolloquium, ausgehend von der vorangegangenen Präsentation.

 

(5) Der Prüfungsausschuss oder der Unterausschuss berät über das Ergebnis jeder Teilprüfung. Kommt ein Einvernehmen nicht zustande, setzt die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses oder die Leiterin oder der Leiter des Unterausschusses die Note unter Berücksichtigung der vorgetragenen Argumente und der Notenvorschläge gemäß § 21 fest.

 

(6) Wird eine mündliche Teilprüfung mit „ungenügend“ oder werden alle Teilprüfungen mit „mangelhaft“ bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

 

II. Hinweise des fachdidaktischen Seminars:

Das A und O einer gelungenen Präsentationsprüfung-

Die Themenformulierung

 

Der Zielsetzung entsprechend muss die Themenwahl im Zusammenhang mit einem fachbezogenen Unterrichtsvorhaben stehen.

Sie basiert auf einer kompetenzorientierten Unterrichtsreihe und fokussiert in der Formulierung einen ausgewählten Untersuchungsschwerpunkt, an dem sich die Präsentation orientieren soll.

 

Hier ein Beispiel:

„Förderung der Kommunikationskompetenz anhand des Protokolls in seiner Rolle als fachspezifische Denk- und Arbeitsweise im Rahmen einer Lerneinheit zur chemischen Reaktion im Chemieunterricht einer 8. Klasse.“

 

Welche Kompetenz soll im Rahmen des Unterrichtsvorhabens gezielt vorangetrieben werden?

Förderung der Kommunikationskompetenz

 

Wie soll die Kompetenz vorangetrieben werden?

anhand des Protokolls in seiner Rolle als fachspezifische Denk- und Arbeitsweise

 

Anhand welchen Fachinhalts wird die Kompetenz vorangetrieben?

im Rahmen einer Lerneinheit zur chemischen Reaktion

 

In welchem Fach und in welcher Klassenstufe wird das Unterrichtsvorhaben durchgeführt?

im Chemieunterricht einer 8. Klasse.“

 

Ein auf diese Weise formuliertes Thema erleichtert es einen Untersuchungsschwerpunkt zu definieren und die Ergebnisse der unterrichtspraktischen Durchführung kritisch darzustellen.

 

Untersuchungsschwerpunkt hier: Wie kann ich anhand des naturwissenschaftlichen Protokolls die Kommunikationskompetenz der Schülerinnen und Schüler vorantreiben?

 

Hier Beispielfragen die für ein Kolloquium anhand der Themenformulierung vorbereitet wurden:

 

a) Öffnender Impuls

z.B. Provokation: „Kommunikation ist für mich etwas Lebendiges. Wenn Menschen miteinander Kommunizieren nutzen sie ihre Sprache. Was hat die Erstellung eines schriftlichen Protokolls mit Kommunikation zu tun?

 

b) Untersuchungsschwerpunkt/Kompetenzförderung:

„Förderung der Kommunikationskompetenz anhand des Protokolls als fachspezifische Denk- und Arbeitsweise ...“

 

  • Diagnose und Rückmeldung
  • Welche Diagnoseinstrumente wurden während der Lerneinheit eingesetzt, um den Kompetenzstand der Lernenden zu erfassen und zu definieren?
  • Welche Rückmeldemechanismen wurden eingesetzt um den Lernenden ihren Kompetenzstand und den Kompetenzzugewinn transparent zu machen?
  • Können sie dies mit konkreten Beispielen (Kompetenzorientierte Diagnosebögen, Rückmeldebögen etc. ) belegen?

 

  • Kompetenzförderung
  • Was haben die SuS konkret getan („handeln“), um diese Kompetenz zu entwickeln/voranzutreiben?
  • Welche Steuerungsmechanismen haben sie eingesetzt um die SuS  in den handelnden Umgang mit Wissen zu bringen (Personale und Mediale Steuerungsmechanismen)

Können sie dies mit konkreten Beispielen (Aufgabenstellungen, Materialien und Medien) belegen?

 

  • Vernetzung/Vertiefung/Anwendung
  • An welchen Stellen kann eine Vertiefung und Vernetzung der erworbenen Kompetenzen stattfinden? (Dekontextualisierung, weitere Themenfelder)

 

c) Konzeptbezogenes Fachwissen

„... im Rahmen einer Lerneinheit zur chemischen Reaktion ...“

  • Welches konzeptbezogene Fachwissen wurde mit dem „handeln“ verknüpft? Stoffebene und Teilchenebene

 

d) Differenzierung / Individuelles Lernen

  • Welche individuellen Maßnahmen wurden ergriffen, um den Leistungsschwachen, bzw. Leistungsstarken SuS die Möglichkeit zu eröffnen ihre Kompetenzen voranzutreiben.

Können sie dies mit konkreten differenzierten Materialien und Medien belegen?

 

e) Lernstandsdiagnose (Lernraum und Leistungsraum)

  • Wie wurde der individuelle Lernzugewinn erfasst?
  • Welche Möglichkeiten der Lernstandsdiagnose und der Lernkontrolle / Leistungsfeststellung wurden genutzt?
  • Wie wurden neben dem Fachwissen auch Kompetenzen erfasst.

Können sie dies mit konkreten Beispielen aus dem Bereich der Leistungsfeststellung belegen?

 

f) „Methodischer Schwerpunkt“

  • Qualitätsmerkmale eines guten Protokolls